draussen/unterwegs


Hier finden Sie Beschäftigungsideen, die keinen Verein oder teure Geräte erfordern.
Auf jedem Spaziergang finden sich eine Menge Sachen, mit denen Sie Ihren Hund beschäftigen können:
- Bäume, Pfähle, Büsche, Findlinge, Denkmäler, Bänke, Hecken etc.:
Man
kann dem Hund beibringen, auf Kommando rechts- oder linksherum um
Gegenstände herumzulaufen. Begonnen wird das Training mit dünnen
Bäumen/Pfählen, um die der Hund zunächst mit einem Leckerchen und dem
gleichzeitigen Kommando herumgelotst wird. Je nach Trainingsfortschritt
werden die Gegenstände immer größer. Für "Fortgeschrittene" bieten sich
auch Waldhütten, Teiche sowie kleine eingezäunte Grundstücke als
Hindernisse an.
- liegende Baumstämme eigenen sich hervorragend zum Springen und Balancieren.
- Bänke
eignen sich zum Drüberspringen sowie zum Durchkriechen(in halber Höhe durch die Lehne und ganz unte
n durch).

- Manchmal findet man Betonrohre am Wegesrand, die für Kanalarbeiten gedacht sind.
Finden Sie nicht auch, daß diese einem Agilitytunnel verblüffend ähnlich sind? ;-)
- Manchmal findet man auch weggeworfene Altreifen im Wald.
Eigentlich eine Sauerei, aber immerhin als Zeitvertreib für die Hunde nutzbar, zum Durchspringen.
- Tannen-/Kiefernzapfen sind "Naturbälle".
Tannenzapfenfußball macht den Hunden viel Spaß.
- Fahrradständer, Betonpfeiler, Mauern u. ä.

sind "natürliche Agilityhindernisse" in der Stadt.
- Die eigenen Arme und Beine hat man immer dabei. Kleine Übungen aus dem Dogdance kann man immer in einen Spaziergang einflechten:
Man
kann den Hund über sein ausgestrecktes Bein springen lassen oder durch
die zum Kreis geformten Arme und um die gegrätschten Beine eine Acht
laufen lassen oder im Vorwärtsgehen im Slalom durch die Beine.
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- Zwischen Feldern und Äckern bietet sich an, den Hund in der Furche laufen zu lassen.

Eine Furche ist eine Begrenzung in der Landschaft, z.B. die Grenze zwischen Wiese und Acker oder zwischen Feldweg und Wiese.
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Ein tolles Spielzeug ist der Schleuderball
(Ball mit Schnur dran). Man sollte mit seinem Altdt. Hütehund aber
nicht nur eintöniges "Werfen und Bringen" spielen, sondern das
Apportieren mit Unterordnungsübungen, Suchen und Übungen zur
Impulskontrolle verbinden. Die "Kontrolle am Ball" ersetzt hier die
"Kontrolle am Vieh". D.h.
- Bei
mehreren Hunden: Grundsätzlich darf nur der Hund, dessen Namen mit dem
Kommando genannt wurde, dem Ball hinterher
laufen. Der andere muß
warten.
- Man legt den Hund/die Hunde ab, wirft den Ball und erst auf Kommando darf der/ein Hund loslaufen.
- Man
legt den Hund ab, geht den Ball verstecken, kehrt zum Hund zurück und
schickt den Hund los, um den Ball zu suchen und zurückzubringen.
Wenn man den Ball hoch hängt, erhöht das den Schwierigkeitsgrad und fordert den Hund noch mehr als das Suchen am Boden.
- Man
wirft mehrere Bälle mit einigen Metern Abstand voneinander und weist
per Handzeichen dem Hund den Ball zu, den er holen soll. Man kann dem
Hund auch entsprechende Verbalkommandos beibringen und ihn durch
Zurufen "dirigieren".
- Der Hund muß sich auch in vollem Galopp hin zum Ball abrufen lassen.
- Der
Hund muß auf Kommando den Ball fallen lassen und ohne Ball
zurückkehren. Anschließend darf er ihn dann holen (also eigentlich die
Übung "Aus" auf Distanz).
- Der Hund darf zwar zum Ball hinlaufen, ihn aber nicht berühren. Erst mit Ihrer Erlaubnis darf er den Ball aufnehmen.
- Eine
Übung, die mehrere der o. g. verbindet: Man ruft den Hund an seine
Seite, legt ihn ins Platz, wirft den Ball über eine lange Hecke oder
Mauer o. ä. (der Hund darf nicht sehen, wo er hinfällt) und schickt den
Hund links oder rechts um das Hindernis herum. Er soll den Ball suchen
und zurückbringen.
Diese Übungen lassen sich natürlich beliebig ändern und erweitern, die o. g. sollen nur als Anregung dienen.
Einige
der Übungen lassen sich auch mit großen Bällen (Basketbälle z. B.)
durchführen. Die Hunde können diese nicht tragen, sofern sie prall
aufgepumpt sind, sondern müssen sie rollen.
Man
hört/liest immer mal wieder, daß man Hunde nicht mit Ballspielen
beschäftigen soll, da man so das Jagdverhalten fördern oder sie zum
Balljunkie machen würde. Gemeint ist damit vermutlich das unkontrollierte Spiel.
Der Kynologe Günter Bloch schreibt zu diesem Thema:
"Gerade
weil die Bewegungsmuster aus dem Jagdverhalten stark ausgeprägt sind,
ist eine tendenzielle Verselbständigung des Hütehundtypus bereits
während der frühen Entwicklungsphase genau zu beobachten und ggfs.
stattdessen auf kommunikative Interaktion mit dem Bindungspartner
Mensch zu lenken. Eine Verselbständigung kann und darf nicht das
Interesse des Menschen sein.
Hütehunde
verfolgen bereits in der frühen Welpenzeit sehr ausgiebig alles, was
sich bewegt (Blätter, Plastiktüten, Vögel etc.). Da sie sowohl
anatomisch als physiologisch beutegreifenden Caniden (Kojoten, Füchsen
oder auch Wölfen) in ihren Bewegungsabläufen und somit verhaltensmäßig
stark ähneln, ist der Hundehalter in der Pflicht.
Hütehunde
körpersprachlich einzuschätzen, dürfte dem vorausschauenden und
wirklich interessierten Hundehalter relativ leicht fallen. Im krassen
Gegensatz zum Herdenschutzhundwelpen zeigt der Hütehundwelpe eine hohe
Motivation in Richtung gemeinsamer Beutespiele. Die Konzentration auf
Apportierdummies, Bälle oder andere "Ersatzbeute", die Beschäftigung
durch ein mit Regeln gekennzeichnetes Spiel also, sollte der Mensch
schon äußerst frühzeitig umsetzen....
Fazit:
Hütehundschläge in Privathand müssen die oben beschriebenen
Verhaltensmuster, durch den Menschen kontrolliert, ausleben dürfen, um
"glücklich" zu sein. Wir Menschen sind deshalb verpflichtet, sie über
"Kopfarbeit" reizspezifisch zu beschäftigen, damit
Ermüdungserscheinungen zu einer befriedigenden Auslastung führen.
Agility allein ist somit nicht ausreichend...."
(G. Bloch, Der Familienbegleithund im modernen Hausstand)