Beschäftigung auf dem Spaziergang

 

Hier finden Sie Beschäftigungsideen, die keinen Verein oder teure Geräte erfordern. 

Auf jedem Spaziergang finden sich eine Menge Sachen, mit denen Sie Ihren Hund beschäftigen können:

 








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Ein tolles Spielzeug ist der Schleuderball (Ball mit Schnur dran). Man sollte mit seinem Altdt. Hütehund aber nicht nur eintöniges "Werfen und Bringen" spielen, sondern das Apportieren mit Unterordnungsübungen, Suchen und Übungen zur Impulskontrolle verbinden. Die "Kontrolle am Ball" ersetzt hier die "Kontrolle am Vieh". D.h.

  1. Bei mehreren Hunden: Grundsätzlich darf nur der Hund, dessen Namen mit dem Kommando genannt wurde, dem Ball hinterher laufen. Der andere muß warten.
  2. Man legt den Hund/die Hunde ab, wirft den Ball und erst auf Kommando darf der/ein Hund loslaufen.
  3. Man legt den Hund ab, geht den Ball verstecken, kehrt zum Hund zurück und schickt den Hund los, um den Ball zu suchen und zurückzubringen.
    Wenn man den Ball hoch hängt, erhöht das den Schwierigkeitsgrad und fordert den Hund noch mehr als das Suchen am Boden.
  4. Man wirft mehrere Bälle mit einigen Metern Abstand voneinander und weist per Handzeichen dem Hund den Ball zu, den er holen soll. Man kann dem Hund auch entsprechende Verbalkommandos beibringen und ihn durch Zurufen "dirigieren".
  5. Der Hund muß sich auch in vollem Galopp hin zum Ball abrufen lassen.
  6. Der Hund muß auf Kommando den Ball fallen lassen und ohne Ball zurückkehren. Anschließend darf er ihn dann holen (also eigentlich die Übung "Aus" auf Distanz).
  7. Der Hund darf zwar zum Ball hinlaufen, ihn aber nicht berühren. Erst mit Ihrer Erlaubnis darf er den Ball aufnehmen.
  8. Eine Übung, die mehrere der o. g. verbindet: Man ruft den Hund an seine Seite, legt ihn ins Platz, wirft den Ball über eine lange Hecke oder Mauer o. ä. (der Hund darf nicht sehen, wo er hinfällt) und schickt den Hund links oder rechts um das Hindernis herum. Er soll den Ball suchen und zurückbringen.

Diese Übungen lassen sich natürlich beliebig ändern und erweitern, die o. g. sollen nur als Anregung dienen.

 

Einige der Übungen lassen sich auch mit großen Bällen (Basketbälle z. B.) durchführen. Die Hunde können diese nicht tragen, sofern sie prall aufgepumpt sind,  sondern müssen sie rollen.  
       


Man hört/liest immer mal wieder, daß man Hunde nicht mit Ballspielen beschäftigen soll, da man so das Jagdverhalten fördern oder sie zum Balljunkie machen würde. Gemeint ist damit vermutlich das unkontrollierte Spiel.

Der Kynologe Günter Bloch schreibt zu diesem Thema:

"Gerade weil die Bewegungsmuster aus dem Jagdverhalten stark ausgeprägt sind, ist eine tendenzielle Verselbständigung des Hütehundtypus bereits während der frühen Entwicklungsphase genau zu beobachten und ggfs. stattdessen auf kommunikative Interaktion mit dem Bindungspartner Mensch zu lenken. Eine Verselbständigung kann und darf nicht das Interesse des Menschen sein.

Hütehunde verfolgen bereits in der frühen Welpenzeit sehr ausgiebig alles, was sich bewegt (Blätter, Plastiktüten, Vögel etc.). Da sie sowohl anatomisch als physiologisch beutegreifenden Caniden (Kojoten, Füchsen oder auch Wölfen) in ihren Bewegungsabläufen und somit verhaltensmäßig stark ähneln, ist der Hundehalter in der Pflicht.

Hütehunde körpersprachlich einzuschätzen, dürfte dem vorausschauenden und wirklich interessierten Hundehalter relativ leicht fallen. Im krassen Gegensatz zum Herdenschutzhundwelpen zeigt der Hütehundwelpe eine hohe Motivation in Richtung gemeinsamer Beutespiele. Die Konzentration auf Apportierdummies, Bälle oder andere "Ersatzbeute", die Beschäftigung durch ein mit Regeln gekennzeichnetes Spiel also, sollte der Mensch schon äußerst frühzeitig umsetzen....

Fazit: Hütehundschläge in Privathand müssen die oben beschriebenen Verhaltensmuster, durch den Menschen kontrolliert, ausleben dürfen, um "glücklich" zu sein. Wir Menschen sind deshalb verpflichtet, sie über "Kopfarbeit" reizspezifisch zu beschäftigen, damit Ermüdungserscheinungen zu einer befriedigenden Auslastung führen. Agility allein ist somit nicht ausreichend...."
(G. Bloch, Der Familienbegleithund im modernen Hausstand)



 

 

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