Altdeutsche Hütehunde

 

Altdeutsche Hütehunde

 

 

"Altdeutscher Hütehund" ist keine Rassebezeichnung, sondern ein Oberbegriff für die traditionellen deutschen Herdengebrauchshunde.

Im Unterschied zu den meisten anderen Hütehundrassen wie z.B. Collie, Briard oder Bearded Collie sind die Altdeutschen Hütehunde nicht von äußerlich variablen Landschlägen zu einheitlich aussehenden, standardisierten Rassen gezüchtet worden, sondern geblieben, was sie immer waren: regionale Varietäten von Arbeitshunden, deren Zucht von Arbeitsleistung und Gesundheit und nur wenig vom Aussehen bestimmt wurde.

Die Altdeutschen Hütehunde unterteilen sich nach ihrem Arbeitsgebiet in
Kuhhunde und
-  Schafhunde.

Nach ihrem Aussehen und der regionalen Verbreitung unterteilt man die Typen der Schafhunde hauptsächlich in

  • den mitteldeutschen Typ:
    mittelgroße meist langstockhaarige Hunde mit Steh- oder Kippohren, vorwiegend rotbraun, schwarzmarken oder schwarz, seltener wildfarben, selten getigert, Stummelruten können vorkommen
  • den süddeutschen Typ:
    größer als die mitteldeutschen, meist langstockhaarig, aber auch rollhaarig (gelockt), mit Hängeohren, auch Kippohren, vorwiegend schwarz und schwarzmarken, oft auch getigert, Stummelruten können vorkommen
  • und die zotthaarigen Schafpudel und Strobel:
    der Schafpudel mittelgroß, langzotthaarig, in allen Farben vorkommend; der Strobel groß, rau- bis langzotthaarig, schwarz, gelbbackig, getigert. Stummelruten können bei beiden vorkommen.

Zu den Kuhhunden zählen

  • der Westerwälder und
  • der Siegerländer Kuhhund,
    aufgrund der meist rötlich braunen Färbung auch Westerwälder/Siegerländer Fuchs genannt, und
  • ursprünglich auch der Harzer Fuchs, der aber fast vollständig in den roten Schafhunden aufgegangen ist. Nichtsdestotrotz wird "im Volksmund" mittlerweile jeder rötliche Hunde mitteldeutschen Typs als "Harzer Fuchs" bezeichnet.

 

Die Schäfer haben die verschiedenen Varietäten ganz pragmatisch nach ihren hervorstechendsten Merkmalen benannt. Und so ergeben sich die Bezeichnungen für die folgenden Schläge (= Varietäten):

Fuchs          - "fuchs"rot, braun, rotbraun bis falb
Gelbbacke   - schwarzmarken (engl.: black and tan)
Schwarzer   - schwarz
Tiger          - Hunde mit Merlefaktor (bestimmte Art der Scheckung)
Strobel       - "strubbelige" Hunde
Stumper      - Hunde mit angeborener Stummelrute
Schafpudel  - langzotthaarige Schafhunde
Kuhhund       - speziell für die Arbeit am Rind

Weitere Varietäten kommen regional vor, jedoch ohne spezielle Bezeichnung/Namen.

 

                          

mehr Fotos zu den bekannten und unbekannten Schlägen hier

 

Die Altdeutschen Hütehunde sind nicht als Rasse(n) bei FCI/VDH anerkannt. Zu unterschiedlich ist ihr äußeres Erscheinungsbild.

Züchterisch betreut werden die Altdeutschen von der Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde (AAH), deren Mitglieder aus Schäfern, aber auch Privathaltern bestehen.

Da die züchterische Selektion der Altdeutschen Hütehunde sich auf sehr wenige Merkmale beschränkt und kein vereinheitlichender Standard gefordert wird, ist die genetische Variabilität recht hoch. Diese ist ungemein wichtig für Robustheit, Vitalität und Leistungsfähigkeit.
Daher sind die Altdeutschen Hütehunde im Durchschnitt robuster und vitaler als viele Rassehunde. "Rassetypische" Häufungen bestimmter Erkrankungen sind nicht bekannt. Die Hunde bleiben bis ins hohe Alter agil und lernfreudig.

 

 

Hier finden Sie eine äußerst lesenswerte Charakterisierung der Hütehundrasse "Australian Shepherd": http://hundetraining.dreipage.de/aussies_68745836.html (vielen Dank an Stefanie Gaden für die Erlaubnis zur Verlinkung).
Das Meiste des dort Geschriebenen trifft auch auf den Altdeutschen Hütehund zu!

 

 

 

 

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