Eigene Erfahrung, eigene Meinung zum AH                                                      von Heike Kickel

 

Als ich mich im Jahr 2000 für den Altdeutschen Hütehund entschied und 2001 dann auch Fenja zu mir holte, war mein Wissen über diese Rasse mehr als dürftig.

Informationen gab es so gut wie keine, Internet gab auch nicht viel her und so war mein Wissen über diese Hunderasse nur von der wunderschönen roten Fellfarbe und dem Gedanken "den-Hund-hat-nicht-jeder" begrenzt.
Auf den Boden der Tatsachen kam ich dann schnell, als Fenja mit 8 Wochen bei uns einzog.
Die Anfangszeit war nicht leicht mit ihr, da ich viele Dinge -vor allem Rassespezifische- völlig falsch einschätzte, fehlinterpretierte und dementsprechend nicht korrekt handelte.

So war bzw. ist Fenja sehr territorial und zwar nicht nur auf unser Zuhause beschränkt. Überall wo ich mehr als einmal spazieren ging oder mich länger als 5 Minuten aufhielt ging sofort in ihren Besitz über. Ihr  Bemühen "alles-unter-Kontrolle-haben-zu-müssen" oder ihre ständigen Ressourcenverteidigungen (da war ich vor allem die Ressource Nr. 1 für Fenja; kein Hund kam näher als 2 Meter an mich ran) machten das Zusammenleben nicht gerade einfacher. Zu mal ich durch mein falsches Verhalten einige Dinge nur noch mehr förderte.

Ich versuchte mehr Informationen über die Altdeutschen zu bekommen, ihre Arbeitsweise, ihr Einsatzgebiet und auf welche Eigenschaften und Charakteren Jahrzehnte lang selektiert wurden.
Dieses Wissen und meine Bereitschaft dieses auch zu akzeptieren und umzusetzen, hat mich zu einem Liebhaber dieser tollen Hunde werden lassen.

Wer einen Altdeutschen Hütehund -ob Welpe oder Erwachsener Hund- adoptieren möchte, sollte sich folgendes vor Augen halten:
Diese Hunde wurden für die tägliche Arbeit an Schaf- und Rinderherden gezüchtet. Hier wurde ein durchsetzungsfähiger, nervenstarker, wachsamer und sehr ausdauernder Hund benötigt.
Wenn es drauf ankam, mussten sie auch mal eine angreifende Kuh, Bullen oder wehrhaften Schafbock frontal oder von hinten in die Schranken weisen.
Ebenfalls hatten sie die Aufgabe, sowohl die Herde als auch ihren Schäfer zu beschützen.
Aus diesen Aufgaben wird deutlich, das die Altdeutschen häufig große Wachsamkeit gegenüber fremden Menschen zeigen, sie tendenziell psychisch und physisch robuster, härter im "Nehmen", aber auch im "Geben" sind, welches sich auch sehr oft im Umgang mit Artgenossen zeigt.
Lastet man diese Hunde körperlich und auch geistig aus, ist im Umgang mit ihnen konsequent und zuverlässig, dann sind es Traumhunde.

Vor allem diese Textpassage: "...... ist im Umgang mit ihnen konsequent und zuverlässig...." hat mir Silas, sehr klar und anschaulich vor Augen geführt.

Silas zog 2004 mit 8 Wochen bei uns ein. So bützelig wie er war, so knall hart konnte er auch sein. Er stand von Anfang an voll mit seinen vier Beinen im Leben und wußte immer was er wollte.

Er fordert von mir absolute Konsequenz, ein hohes Maß an Druchsetzungsvermögen und immer ein vorausschauendes und absolut sicheres Handeln. 

Klare Regeln sind für ihn ein Muss. Wo andere Hunde mal ein oder zwei Augen zu drücken, wenn "Mensch" mal nicht so genau ist,  ist Silas eher unerbittlich. Er nutzt jeden Fehler oder jede Unregelmäßigkeit von mir aus und löst dann Situationen oder Probleme auf seine Art.

So unterschiedlich wie Silas und Fenja auftreten so ähnlich sind sie sich doch.

Beide sind und werden für mich immer etwas Besonderes sein. Es sind für mich zwei gute Freunde geworden, die mit einem durch Dick und Dünn gehen.

 

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