Meine Buffy                                                                             von Brigitte D.

 

Als wir Buffy (Schwarze) mit einem halben Jahr zu uns holten, hatte ich überhaupt keine Ahnung, was ein Altdeutscher ist. Wir hatten eigentlich einen Hund aus dem Tierheim; als wir den aber leider wieder abgeben mußten, war dort jemand, der Altdeutsche züchtete. Er meinte, daß er noch zwei Welpen hätte und noch einen abgeben wollte. Wir also hin, geguckt und gekauft. Ohne irgendeine Vorahnung, was wir uns da ins Haus holten. Wie das immer so ist: Nur mal Welpen gucken. Ich muss dazu sagen, es ist unser erster Hund.

Sie war sehr anstrengend, hat ständig andere Hunde angehütet und ist dann mit Gebrüll auf sie drauf. Und wehe, da wor noch einer, der Angst zeigte, der wurde voll gemobbt. Das macht sie allerdings heute auch noch gerne, aber heute kann ich sie steuern, was ich damals nicht konnte. Es war auch nicht möglich, an der Leine an anderen Hunden vorbeizugehen. Sie spielte die absolute "wilde Sau". Ich muss sagen, dass ich manches mal völlig überfordert war. Wäre der Hobbyzüchter nicht gewesen, hätte ich das Handtuch geworfen. Er hat mich sehr unterstützt bei der Ausbildung, denn davon hatte ich ja keine Ahnung. Meine Nerven hielten das nicht aus. Aber ich habe mich da durchgekämpft und sicherlich auch vieles falsch gemacht.

Das alles liegt jetzt 9,5 Jahre zurück. Ich würde Buffy für nichts auf der Welt wieder hergeben. Es sind einfach tolle Hunde, wenn man sie konsequent erzieht. Allerdings sollte man auch nicht zu hart mit ihnen umgehen, da meine Erfahrung ist, dass sie durchaus auch sehr sensibel sind. Die Zeit und die aufgeriebenen Nerven haben sich gelohnt. Buffy ist heute völlig relaxt, allerdings hat sie auch ihren eigenen Kopf. Man merkt sehr genau, wozu sie Lust hat und was sie nicht gerne macht (Zeitlupentempo).
Ich gehe heute mit ihr überall ohne Leine hin (habe auch selten eine dabei), sie ist immer da, wo wir auch sind, ob im Lokal oder sonstwo. Zu anderen Hunden geht sie nur, wenn ich das OK gebe. Wir haben ein offenes Grundstück, ohne Zaun. Sie verlässt das Grundstück nicht, da kann auch ein Hund vorbei gehen, interessiert sie nicht.

Sieht sie aber Schafe oder Ziegen, legt sich bei ihr ein Schalter um. Dann dreht sie richtig auf und der Hütetrieb kommt voll raus. Habe auch schon öfter mit ihr gehütet, was voll Spaß macht.

Man sollte diese Hunde nicht unterschätzen!! Viele Leute sagen mir immer: "Das ist die optimale Größe und die ist ja so relaxt." Aber dass ich fast über die Hälfte der Jahre am Ball bleiben musste und eine Menge Zeit und Nerven dabei drauf gingen, sieht keiner. AH testen immer wieder mal aus, ob man sich nicht doch noch mehr rausnehmen kann. Sind halt kleine "Teufel";-)

Mit Entsetzen las ich jetzt in unserer Zeitung einen Bericht über Altdeutsche Hütehunde und dass einige Schläge vom Aussterben bedroht seien. Jetzt denken bestimmt wieder einige "Oh, den muß ich haben, sind ja selten." Aber dann...

Zum Schluß noch ein Rat: Wer auch immer sich einen Altdeutschen zulegen möchte, der sollte sich sehr genau darüber informieren, was diese Hunde so brauchen an Auslastung (körperlich und geistig). Es sitzen schon genug Hunde im Tierheim!!!

Viel Spaß mit Euren Hunden,

Brigitte mit Buffy

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