Hundezucht: Früher - Heute - Zukunft

 

 

->  Der Beginn der modernen Hundezucht

 ->  Was ist ein Standard?

 ->  Problematik der heutigen Hundezucht

 ->  Kommt der Biohund?

 ->  Arbeitslinie und Familien-(Show- oder Hobby-)linie?

->  Zucht der Altdeutschen Hütehunde

 

 

Der Beginn der modernen Hundezucht

Wenn man heute von Hundezucht spricht, denken die meisten Leute an Rassehunde und assoziieren automatisch einheitliches Aussehen.
Doch das war nicht immer so.
Noch vor ca. 160 Jahren bedeutete Hundezucht eine Auslese nach dem Gebrauchswert. Man behielt nur die für ihre Aufgabe am besten geeigneten Hunde, die anderen wurden getötet oder einfach laufen gelassen.
Kreuzungen mit anderen Hunden waren häufig, teilweise unbeabsichtigt, teilweise beabsichtigt zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften. Das Aussehen war nur soweit von Interesse, als es sich auf den Gebrauchswert auswirkte. Fellfarben spielten eine untergeordnete Rolle, außer bei einigen Schoßhundrassen und den Meutehunden (wegen der Zuordnung zur jeweiligen Meute) der Adligen.
Mit der zunehmenden Industrialisierung im 19. Jh. und der daraus resultierenden Kapitalbildung im Bürgertum brachen auch für die Hundezucht neue Zeiten an. Sie wurde jetzt zur Passion der "Nouveaux Riches". Man begann, Haustiere systematisch zu "standardisieren". Ab ca. 1850 war die planmäßige Zucht gut etabliert.

Es ist kein Zufall, dass die moderne Hundezucht ausgerechnet im klassenbewußten England, dem Vorreiter der Industriellen Revolution, ihren Ausgang nahm.
Was dem neureichen Bürgertum selber fehlte, gaben sie ihren Vierbeinern: klangvolle, adlige Namen und einen Stammbaum, der eine exakte Kopie der Stammbäume der Adligen darstellte.
"Pedigree" heißt der Stammbaum auf Englisch und stammt vom französischen "Pied de gru" ab, was "Kranichfuß" bedeutet und auf die Form des Stammbaumes hinweist. Man schuf sozusagen einen Hundeadel, der sich von den Mischlingen, Straßenhunden, Landrassen und Landschlägen abhob.
Analog zu den Verwandtenehen, ja Inzest bei den menschlichen Herrscherdynastien wurde Inzest- und Linienzucht bei der Züchtung des "Hundeadels" angewandt. Hier allerdings nicht im Interesse der Bewahrung des Vermögens, sondern um bestimmte Eigenschaften in der Rasse zu fixieren.

Hundewettkämpfe waren in England seit langem sehr beliebt. Doch nachdem 1835 der Hundekampf offiziell verboten wurde, wich man nach und nach auf eine andere Form des Wettkampfes aus: Nicht mehr der Tod des Gegners, sondern die überlegene Schönheit wurde zum Maßstab des Kampfes.
Die erste Hundeausstellung - allerdings nur für Jagdhunde - fand im Juni 1859 in Newcastle-on-Tyne statt, die erste für alle Rassen folgte im November des gleichen Jahres in Birmingham.

Durch das rasch zunehmende Interesse an solchen Hundeausstellungen entstand ein großer Markt für Ausstellungshunde. Doch in dem gleichen Maße, wie Lukrativität und kommerzielles Interesse anstiegen, griff auch Willkür und Korruption der Ausstellungsrichter um sich. Damit nicht allein das subjektive Empfinden des Richters alleiniger Parameter zur Beurteilung eines Hundes war, gründeten einige englische Hundezüchter 1873 den British Kennel Club, der die Rahmenbedingungen für Rassezugehörigkeit, Zucht und Ausstellungsgeschehen festlegte.
Für jede Rasse wurde ein Standard hinterlegt, der die äußtere Erscheinung beschreibt und an dem jeder Hund seiner Rasse gemessen wird.

War früher die Leistung eines Hundes ausschlaggebend für die Verwendung in der Zucht, entschied man jetzt nach dem Aussehen. Nur die Tiere, die den Idealvorstellungen nahekamen, wurden zur Zucht zugelassen.
Dieses "Viktorianische System" revolutionierte die Hundezucht auf der ganzen Welt.
Schon 1863 fand in Hamburg die erste deutsche Hundeausstellung statt.

 


 

Was ist ein Standard?

Diese Frage soll hier in seinem unnachahmlichen Stil der Schauspieler, Regisseuer und (Hundebuch-)Autor Gerd Haucke mit einem Auszug aus seinem für jeden Hundefreund empfehlenswerten Buch "Hund aufs Herz" (1996) beantworten:
 

Was ist ein Standard? Nun, was das "Hundewesen" angeht: Die akribische Beschreibung des Idealtyps einer Rasse, entwickelt und herausgegeben von den zuständigen Vereinen des Landes, dem die betreffende Rasse zugehört.
Dem Richter auf Ausstellungen, aber auch dem potentiellen Käufer sollen damit Richtlinien an die Hand gegeben werden. (Merke: Bei uns werden Zuchtrichter ernannt. Nicht ausgebildet!) Im ersten Fall etwas, wonach sich der Richter orientieren soll und muß, im zweiten eine Bewertungsmöglichkeit auch und gerade für den Laien. Der allerdings kauft mit dem Welpen immer die Katze im Sack, denn aus dem dickbäuchigen Etwas, das mit zirka acht Wochen in erster Beglückung nach Hause getragen wird, soll ja erst der mehr oder weniger in den Standard passende Hund werden. Deshalb ist es ja doch wichtig, daß auch wenigstens ein erwachsenes Exemplar in Augenschein genommen werden kann. Im Idealfall natürlich der Erzeuger, denn die Hündin sieht am Ende der Säugezeit ziemlich ramponiert aus - auch bei bester Pflege -, und es gehört schon etwas Sachverstand dazu, sie sich im Normalzustand vorzustellen.


Außerdem gibt es recht unscheinbare Hundemütter, die mit Regelmäßigkeit nur das Äußere des Rüden weitergeben. Die Vaterkinder laufen gewissermaßen nur durch sie durch. Und hier schon ergeben sich erste Zweifel am Sinn des Standards. Er gibt eben nur das Optische wieder, kann gar nichts anderes bewirken, die genetischen Eigenschaften des betreffenden Hundes müssen versteckt bleiben, können bei der Benotung keine Rolle spielen.
Die erwähnte Hündin zum Beispiel ist eine vorzügliche Vererberin, gebiert problemlos und ist eine optimale Mutter. Dennoch wird sie auf sogenannten Zuchtshows niemals mit "vorzüglich" bewertet werden, ihr glanzloses Äußeres verweist sie auf die hinteren Ränge. Der Standard will es so. Und der Besitzer der Hündin wird Schwierigkeiten haben, für sein minderbewertetes Tier einen erstklassigen - wenigstens erstklassig aussehenden - Rüden zu bekommen. Wieviel wertvolles Erbgut durch die Überbewertung der äußeren Form der jeweiligen Rasse verlorengeht, darüber gibt es keine Statistik, aber der Niedergang so vieler Rassen spricht eine deutliche Sprache. Was ist schon Schönheit? Wie viele glänzende Eltern haben unbedeutende Kinder und vice versa.


Eine mögliche Gewähr für wertvolle Nachzucht kann der Standard also schon aus erwähnten Gründen nicht garantieren. Was kann er dann? Er kann noch weiter selektieren, so lange, bis von der betreffenden Rasse so gut wie nichts mehr übrig ist. Indem er beispielsweise die Verpaarung von Elterntieren verhindert, die der jeweiligen Rasse gut anstehen würden. Da hat zum Beispiel ein Boston Terrier, der im übrigen ohne Makel ist, das eine Auge nicht im schwarzen Fellbereich. Dies aber schreibt der Standard zwingend vor. Und - schwupp ist der schöne kleine Hund raus aus der Zucht. Bei einer Rasse mit hierzulande so geringem Potential ist dies ein großer Fehler, nicht die Fehlfarbe. "Fehlerhaft getragene" Ohren oder Schwänze, insgesamt etwas zu große oder zu kleine Exemplare - es geht da oft um Zentimeter, muß man wissen -, nicht die ideale Behaarung - "zu weich, zu fest, zu lockig, nicht lockig genug"-, alles Dinge, die nichts mit der Gesundheit, dem Wesen, nicht einmal etwas mit dem Formwert oder der "Schönheit", wie immer man die definieren will, zu tun haben. Das Beispiel Deutsche Dogge. Es gibt sie in fünf Farbschlägen, die untereinander meist nicht verpaart werden dürfen. Die Folgen: Da es von diesem sehr großen Hund verständlicherweise nicht allzu viele gibt, führt das Verpaarungsverbot verschiedener Farben notwendigerweise zur Inzestzüchtung und schließlich zu erbarmungswürdiger Degeneration, physisch und psychisch. Zumal auch Farbfehler der Augen - "zu hell, durchdringend im Ausdruck (!), gelb, hellblau oder wasserblau oder unterschiedlich gefärbt, zu weit auseinanderliegend" - zusammen mit anderen unerheblichen Fehlern zum Zuchtausschluß führen können. Hätte der Standard nicht willkürliche Schranken gesetzt, wo es nichts zu beschränken gibt, wir hätten heute keine Doggen, die mit sechs Jahren schon vergreist sind oder tot, die überängstlich sind und mit vielerlei Knochen- und Gelenkdefekten geplagt.
Die Antipoden der Doggen, die eigentlich viel zu winzigen Chihuahuas, haben mit Sicherheit auch deswegen als Rasse Jahrtausende überlebt, weil bei ihnen alle Farben und Haarschläge zugelassen sind, also immer genügend Auswahl gewährleistet ist. Dafür stand in ihrem Standard eine Ungeheuerlichkeit: Die Scheitelfontanelle, eine Öffnung in der Schädeldecke, die sich normalerweise schließt, sobald der Kopf ausgewachsen ist, bleibt beim Chihuahua lebenslang offen. Der Standard lobte, daß diese schlimme Anomalie den Chihuahua auch in dieser Beziehung "von allen anderen Hunden unterscheidet". (In der neueren Ausgabe des Standards ist dieser Absatz gestrichen. Gratuliere!)

Gehen wir doch einmal nach diesen grundsätzlichen Erwägungen ein paar Standards querbeet durch, diese Fetische des modernen Hundezüchtens auf Sinn und Unsinn abklopfend.

Airedale Terrier (Britische Rasse). Unter "besondere Merkmale" tönt der Standard: "Sein Wesen spiegelt sich im Augenausdruck sowie in der Ohren- und Rutenhaltung." (Bei welchem Hund nicht?) Unter "Kopf und Schädel" heißt es: "Backen flach, das Vorgesicht soll unter den Augen gut ausgefüllt sein." Unter "Hinterhand": "Von hinten gesehen sollen die Läufe parallel zueinander stehen." (Wahrlich eine Generalforderung!)
Beim Bullmastiff (Großbritannien) steht, daß helle oder gelbe Augen ein "grober Fehler" sind (und wieder ist ein schöner Vertreter dieser schönen Rasse weg vom Fenster). Dafür steht aber am Schluß: "Gesundheit und Lebhaftigkeit sind wesentlich." Was für eine erfreuliche Binsenweisheit.

Bernhardiner (Schweiz): "Zu tief hängende Lider mit auffällig hervortretenden Tränendrüsen oder hochgeröteter, wulstiger Bindehautfalte und zu helle Augen sind verwerflich" (Verwerflich, ein Wort, das man im Geiste auf schwyzerdütsch hört!). Die Verwerflichkeit hängt natürlich mit der "gut ausgebildeten Kehl- und Halswamme" zusammen, die die Gesichtshaut herunterzieht und zu der oben beschriebenen chronischen Bindehautentzündung führt. Solche immer von Augenschmerzen geplagten Hunde habe ich auf Shows schon oft ganz nach vorn gestellt gesehen.

Dem Bloodhound (sehr britisch) sollen "die tiefliegenden Augen mit den herabhängenden Unterlidern" (Ektropium nennt das der Veterinär - siehe Bernhardiner) und "die extrem tief angesetzten Ohren" gar "einen edlen und würdevollen Ausdruck verleihen". Entzündungen im Gehörgang - der Hund kann die überlangen, schweren Behänge nicht einmal mehr andeutungsweise heben, das heißt belüften - gehören denn auch zu den rassetypischen Krankheiten.

Beim Basset (britisch) schreibt der Standard das gleiche Dilemma zwingend vor. Er ist gewissermaßen ein Bloodhound ohne Beine. Ehe jetzt das Geschrei der Basset-Freunde losgeht: Die Chondrodystrophie ist eine Krankheit, die ein mehr oder weniger eingeschränktes Wachstum der Röhrenknochen verursacht. Diesen Defekt hat man bei allen Hunden, die für ihren Rumpf zu kurze Beine haben, herbeigezüchtet und damit verewigt. Das ist keine Meinung, sondern ein biologisches Faktum.

Wissen Sie, was ein "rustikaler" Hund ist, mit einer Nase "mehr viereckig als rund"? Nein? Nun, der Schäferhund von Brie ist es, auch Berger de Brie oder Briard genannt. Der schöne arme Hund hat außerdem häufig die sogenannten Afterkrallen an der Innenseite der Unterschenkel, manchmal sogar in doppelter Ausführung. Die sind ein anachronistisches Überbleibsel und so notwendig wie ein Kropf. Bei anderen Rassen entfernt man sie gnädig in den ersten Lebenstagen, denn wenn ein Hund damit irgendwo im Gelände hängenbleibt, gibt es fürchterliche Verletzungen, wie man sich vorstellen kann.

Im Standard aber steht: "Beiderseits Afterkrallen an den Hinterläufen. Selbst sehr typische Hunde können nicht prämiert werden, wenn sie nur eine - (oder gar keine!) - Afterkralle besitzen." Also raus aus der Zucht mit dem Kümmerling! Er hat ja keine Afterkrallen! Und wieder feiert der Unsinn fröhliche Urständ. Zur Abwechslung wird dieser Hund auch disqualifiziert, wenn er eine kupierte Rute hat. An und für sich ja löblich, obwohl sich - soweit ich weiß - abgeschnittene Schwänze nicht vererben.
Wenn aber ein Französischer Bulldog mit Afterkrallen geboren wird, dann ist seine Karriere zu Ende, bevor sie beginnen konnte: absoluter Disqualifizierungsgrund! Dafür ist er aber "wie ein Faß bereift, sehr abgerundet", denn "es ist wesentlich, für die Brustorgane einen geräumigen Platz zu finden", und deshalb hat er eine "walzenförmig herabgezogene Brust" zu haben. Wo, um Himmels Willen, bleiben die "Brustorgane" bei den Windhunden? Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man Tränen lachen. Ich bin erst bei Buchstabe B und merke, hier ist Stoff für ein dickes Buch, voll des blühenden Unfugs.


Irgendwann muß es ja wohl angefangen haben. Irgendwann hat ein Richter einen weißen Hund angefaßt und hatte die Hände voll Kreide. Oder voll Fett. Oder mit Spray verkleistert oder mit Haarfestiger. Oder mit allem zusammen. Und dann hat dieser Richter nicht etwa den Aussteller mit ausgestrecktem Zeigefinger aus dem Ring gewiesen, sondern dem Besitzer vielleicht ein Auge gekniffen und den Hund erfreulich benotet.
So oder so ähnlich muß es gewesen sein, und von da an hatten es die meisten langhaarigen Hunde bitter schwer. Ein Kurzhaariger sollte infolge seines guten Gesundheitszustandes glänzen, aber wenn nicht, kann ihm nicht viel mehr passieren, als daß er mit irgendwas gewissermaßen aufpoliert wird.
Dagegen die armen Yorkshire, Malteser, Löwchen, Pekinesen, Afghanen, West Highland, Fox und Airedale Terrier, die Bobtails und Bedlingtons und - allen voran - die Pudel: Was müssen diese armen Hunde ausstehen, gepeitscht vom milden bis rasenden Irrsinn ihrer Besitzer und Züchter, gedultet und prämiert von Richtern und Ausstellungsleitern. Da wird gefönt und gewickelt und gewirbelt, gestrählt und geschnippelt, rasiert und geschmiert und garniert. Und gelogen und betrogen.
Ein leicht überbauter Bobtail soll wohl sein. Das heißt, die Kruppe soll etwas höher sein als der Widerist. Bei den meisten ist das aber nicht so. Also kam irgendwann irgendein Pfiffikus auf die Idee, ab Rückenmitte das lange Haarkleid nach hinten zu toupieren. Und nun sehen alle Bobtails aus wie dicke Frauchen mit hochgebundenen Röcken. Die Yorkies sind beinlos geworden und schweben nach langer Haarwickeltortur auf ihren metallblauen Vorhanghaaren einher.
Die Bedlingtons, eine sehr "griffige Rasse", macht der Friseur zu Lämmern mit Rückgratverkrümmung. Dem Bichon-Löwchen hat man die kälteempfindlichen Hinterteile kahl geschoren. Die rauhhaarigen Terrier wirken wie aus Holz geschnitzt, und den Westies wird ihr abhanden gekommenes "Ziegenhaar" mit Hilfe von Vaseline und Kreide wiederhergestellt. Kreidewolken auch bei den weißen Bulldogs und Bull Terriern. Als der Westhighland White Terrier explosionsartig Mode wurde, schnippelte man sein pfiffiges Gesichtchen zum "Chrysanthemenkopf" und begann, ihn zu verzwergen. Weiß der Teufel, was da heimlich, heimlich eingekreuzt wurde, von Maltesern wird gemunkelt - wäre ja auch naheliegend -, jedenfalls verlor der Westie aus geheimnisvollen Gründen weitgehend seine schöne harte Behaarung, die man sich nun genötigt sieht, mit dieser Ekelpackung - siehe oben - wiederherzustellen.

Von all dem Gefummel steht natürlich nichts in irgendeinem Standard. Außer beim Pudel. Der darf nur in drei Frisuren ausgestellt werden: klassische Schur, moderne Schur und der sogenannte "English Saddle Clip". Bei letzterem wird dieser kluge und freundliche Hund erbarmungslos zum Idioten frisiert, teils nackt, teils mit hochtoupierten Pompons hier und nochwo. Nierengegend, After und Genital bleiben kahl. Gerade dort braucht der Hund Wärme. Ein grauenvoller Anblick! Eine Schande für alle mit dem Hund befaßten offiziellen Gremien und Verbände! Eine Tortur, diese tagelange, stets wiederholungsbedürftige Prozedur der Herstellung dieser Buchsbaumhecke von einem Hund. Man darf seinen Pudel allerdings in jeder Form ausstellen, bekommt dann aber keine offizielle Auszeichnung, und damit ist der Hund praktisch raus aus der Zucht. Prämiert wird hier kein Hund, sondern sein Friseur. Und Besitzer, die ihren Hund nicht verdient haben.

Was also bewirkt der Standard, was kann er verhindern? Er bewirkt nichts Gutes und verhindert nichts Böses und Blödes. Denn das, was beherzigt werden sollte, weil es der Rasse guttäte, wird ignoriert. Auf das Unwichtige oder Schädliche wird penibel geachtet. Das Überflüssige, Affige, Eitle wird geduldet, wenn nicht sogar gefördert. Seltene Ausnahmen bestätigen die betrübliche Regel.
(Übrigens: beim Pudel führen Afterklauen erbarmungslos zur Disqualifikation.)
Alles klar! Nee! Wieso?


 

 

Problematik der heutigen Hundezucht

demnächst

Auf der Webseite von Frau Prof. Dr. med. vet. Irene Sommerfeld-Stur, Institut für Tierzucht und Genetik der Veterinärmedizinischen Universität Wien, erhalten Sie weitere Informationen zu diesem Thema: http://www.sommerfeld-stur.at/index (mit freundlicher Genehmigung von Frau Prof. Sommerfeld-Stur).

 


 

Kommt der Biohund?
mit freundlicher Genehmigung von Dipl.Ing. Dr. rer.nat.tech. Hellmuth Wachtel, Wien
  

In der heutigen Zeit des steigenden Umweltbewusstseins ist eine starke Rückbesinnung zum Natürlichen zu verzeichnen, daher gibt es viele unter uns, die alles "Bio" lieben: Nahrungsmittel, Kleidung, Bauen, Wohnen usw. In der Tierzucht besinnt man sich auf alte, naturverbundene Haustierrassen, im Pflanzenbau auf die alten Landsorten. Und auch in der Hundezucht und -haltung gibt es Tendenzen zum Mischling oder zur Naturzucht, wie man bei Lorenz, Trumler u.a. nachlesen kann.

Aber nicht Mischlinge sind die Lösung, sondern der heterozygote (genetisch vielseitige) Rassehund. Der Mischling ist kein Ausweg, heute schon gar nicht. Abgesehen davon, dass man nie weiß, was für ein Hund sich da entwickelt, weisen Hundeclubs gern darauf hin, dass ja auch Mischlinge unter denselben Krankheiten leiden wie hochgezüchtete Rassehunde. Nun, das nimmt nicht Wunder, denn wohl werden Mischlinge meist vitaler sein, aber da sie ja auch nur aus hochgezüchteten, daher oft mit Erbkrankheiten behafteten Hunden entstehen, wird häufig das eine oder andere, vor allem polygene Erbleiden nicht mehr duch die Kreuzung ausreichend dominant überdeckt, also hat dann auch der Mischling dieses Leiden, besonders, wenn es auch durch Umwelteinflüsse ausgelöst wird, die ja beim Mischling durch die meist schlechtere Haltung eher eintreten. Auch der Mischling ist nicht mehr das, was er war, als die Basispopulation der Haushunde aus Landschlägen bestand, die eine große Erbvariabilität aufwiesen.

Was aber ist der "Biohund"? Etwas, was es (noch) nicht gibt, nämlich der bewusst wieder auf hohe Heterozygotie (erbliche Variabilität) und damit Vitalität, Langlebigkeit und Leistung gezüchtete Rassehund!

Genetische Isolierung - die Wurzel des Übels
Es geschah im vorigen Jahrhundert: die Schläge und Varianten der verschiedenen Gebrauchshunde, die es damals gab, wurden zuerst in England, dann auch auf dem Kontinent zuchtbuchgemäß erfasst, Standards erstellt, und es geschah das, was wir Hochzucht nennen: die verschiedenen Schläge waren nun gegeneinander abgegrenzt und durch Inzucht, Linienzucht und scharfe Selektion, insbesondere auf den sogenannten Formwert, soweit vereinheitlicht, dass sie nunmehr als Rassen bezeichnet werden konnten. So wurde bald aus jeder Rasse eine isolierte Fortpflanzungsgemeinschaft, der so wichtige genetische Austausch innerhalb der Spezies "Haushund" aber weitgehend unterbunden, wenn wir von den Mischlingen absehen (aus denen gelegentlich auch noch Rassen wurden, siehe Kromfohrländer, Eurasier usw.). Dies war eine züchterische Revolution, der wir heute unsere zahlreichen Rassen und ihre Erhaltung zu verdanken haben, aber die sich nun auch in mancher Hinsicht als verhängnisvoll erweist.

Die Hundezucht hat sich ja gegenüber der Nutztierzucht völlig gegensätzlich entwickelt. Bei Rindern, Schweinen, Geflügel usw. begann es zunächst ebenso, die sogenannten Landschläge wurden zu Rassen hochstilisiert. Aber dann setzte eine gegenläufige Entwicklung ein: man erzeugte Hybriden, indem man zwei oder mehr Inzuchtlinien scharf auf Leistung (und nur auf diese) selektierte, wobei aber diese dennoch durch die Inzuchtdepression zurückging. Dann wurde zwischen diesen gekreuzt, und die Nachzucht erwies sich, weil ja in hohem Grade heterozygot, als besonders vital und leistungsfähig. Diese Erscheinung wird "Luxurieren" oder Kreuzungsvitalität, englisch "hybrid vigour" genannt, sie ist nichts anderes als die normale, natürliche Vitalität nicht ingezüchteter Tiere. "Hybriden" haben sich heute daher besonders in der Schweine- und Geflügelzucht durchgesetzt. Die Ursache dafür ist, dass diese Kreuzungen ganz extrem heterozygot sind, d.h. dass an sehr vielen Genorten verschiedenartige Genpaare (Allele) vorhanden sind. Dadurch ist der Organismus dieser Tiere besonders gut befähigt, auf Umweltreize biologisch optimal zu reagieren, ob es sich um die Auswertung der Nahrung, die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheitserreger, Hitze, Kälte, Leistung usw., kurz alle Anforderungen des Lebens handelt. Bei den Hunden jedoch stand, anders als bei den Nutztieren für Milch, Fleisch, Eier usw., abgesehen von den Gebrauchshunderassen (und öfters auch nicht einmal bei diesen), nicht irgendeine Leistung, sondern eben das, was als Schönheitsideal betrachtet wird, also der Formwert bzw. der Standard im Vordergrund. Verständlich, denn einheitlich standardgemässe Hunde erzielt man am leichtesten durch Inzucht und Selektion auf Konformität mit dem Standard. Nun wäre Inzucht u. U. länger durchzuhalten, wenn gleichzeitig scharf oder sogar ausschließlich auf Gesundheit und Vitalität selektiert wird, wie es da und dort bei Gebrauchshunden der Fall ist (ein Beispiel dafür ist der Alaskan Husky, der nur auf die Vitalitätsmerkmale Schnelligkeit und Ausdauer gezüchtet wird). Dennoch kommt man auch hier auf die Dauer nicht ohne "frisches Blut" aus, denn die Anhäufung schädlicher rezessiver Gene für quantitative Merkmale, die sich gegenseitig beeinflussen und steigern und so die Vitalität mindern bzw. erst im Zusammenwirken die meisten Erbkrankheiten (z. B. HD = Hüftgelenkdysplasie) hervorrufen, kann man so nicht verhindern. Die frühere Meinung, Inzucht plus Selektion auf Gesundheit sei unschädlich, hat sich als schwerer Irrtum erwiesen, denn multifaktorielle Erbkrankheiten und Defektgene treten so im Gegensatz zu einfach rezessiven dadurch nicht ans Tageslicht und werden im Gegenteil immer mehr angehäuft.

Alte Landrassen, die seit jeher nur auf Leistung gezüchtet wurden, sind gesundheitlich viel besser dran. Wenn sie allerdings selten werden, tritt Inzucht unvermeidlich auf und sie sind zunehmend gefährdet. Dann ist die Einkreuzung einer nah verwandten Rasse mit nachfolgender Rückzüchtung zur Erhaltung der Lebenskraft unvermeidlich!

Als daher vor einigen Jahren ein Wissenschaftler in Holland anregte, man solle doch nach dem Beispiel der Nutztierzucht auch beim Hund Kreuzungen durchführen, erntete er empörte Kommentare. Inzwischen aber sind die Rufe nach einer Trendwende in der Kynologie unüberhörbar geworden, wenn man auch die Rassen ganz gewiss nicht aufgeben kann und will. Man muß die Heterozygotie, soweit irgend möglich, züchterisch eben innerhalb der Rassen erreichen! Von den etwa dreißigtausend Genen des Haushundes beeinflussen wir bei der Zucht auf Formwert vielleicht dreißig. Liegen diese durch intensive Selektion und Linienzucht homozygot vor, sehen die Zuchtprodukte einheitlich "rassetypisch" aus. Allerdings haben wir dabei auch unvermeidlich viele andere Gene, die damit nichts zu tun haben, auch in die homozygote Form gebracht, und darunter befinden sich nun viele schädigende Allele, sei es solche von Erbkrankheiten einfach rezessiver, vor allem aber polygener Natur (wie z.B. HD) oder auch "nur" solche, die die Vitalität, Fruchtbarkeit, das Wachstum, das Wesen, bei Gebrauchshunden die Leistung und Widerstandsfähigkeit usw. beeinträchtigen. Wie wir wissen, ist aber für ganze Rassen die "Inzucht ohne Inzucht" (nach Prof. Schleger) praktisch noch verheerender, womit die Verwendung zu weniger Deckrüden gemeint ist. Die sogenannte "genetisch effektive Population" ist nämlich nie größer als viermal die Zahl der Rüden, auch wenn diese noch so viele Hündinnen decken (z.B. ein Rüde auf theoretisch unendlich viele Hündinnen - effekte Population ist nur ca. 4!). Da nun Inzucht und - wie die schwedischen Kynologen es nennen - die "Matadorzucht" (übermäßige Verwendung weniger Champions in einer Rasse) bei den meisten unserer Rassen seit langer Zeit ausgeübt wird, stieg der Inzuchtfaktor allmählich immer mehr an. Der notwendige Grad an Heterozygotie (erbliche Vielfalt) wird dadurch bereits vielfach unterschritten, Erbkrankheiten brachen - und brechen - aus. Was kann man dagegen tun?

Nicht nur Symptome, die Ursachen bekämpfen!

Will man sich dem Trend, dass alle paar Jahre eine neue Erbkrankheit auftaucht oder eine bisher bedeutungslose problematisch zu werden beginnt, entgegenstellen, gilt es, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen und zwar:

1. Je nach Größe der Population einer Rasse die maximale Zahl der Würfe nach einem Rüden zu begrenzen, also die Anzahl der verwendeten Rüden zu maximieren. In Schweden schlägt man je nach Größe der Population eine Begrenzung von hundert bis auf einen einzigen Wurf je Rüden (auf Lebenszeit!) vor. Professor Sundgren von der Universität Uppsala empfiehlt die Begrenzung auf 5% der registrierten Welpen der Rasse auf eine Fünf-Jahres-Periode.

2. Nur solche Partner zu paaren, die ein Minimum an gemeinsamen Ahnen im Stammbaum (im Idealfall: gar keine!) aufweisen (in jeder Rasse gibt es ohnehin in mehr oder weniger weiter zurückliegenden Generationen gemeinsame Ahnen) und keine gröberen Nachteile aufweisen. Bei mehreren etwa gleichwertigen Möglichkeiten in Bezug auf Blutsfremdheit erst wählt man den standardgemäßeren Partner wie bisher gehandhabt.

3. Wenn nötig, Haar- und Farbvarianten einer Rasse wieder zu kreuzen! Will man die Varianten erhalten, kann man dies durch Rückzüchtung auf die Ausgangsrasse, aber nur bei einem noch ausreichenden Genpool!

4. Import von Rüden oder deren Samen aus Gebieten, wo die Zucht sich bereits länger verselbständigt hat und damit blutsfremder geworden ist (was aber nicht einfach sein kann, da z.B. immer wieder bei vielen englischen Rassen auf Importe aus Großbritannien zurückgegriffen wurde).

5. Ist eine Rasse sehr selten geworden und ihre Erbgesundheit alarmierend bedroht, wird man sich in Zukunft weniger scheuen dürfen, eine nahverwandte Rasse einzukreuzen (derartiges ist z.B. mit Holländischen und Belgischen Schäferhunden versuchsweise geschehen, wobei die Nachzucht sofort an Vitalität, Fruchtbarkeit und auch z.B. im Pflegeverhalten der Hündin gewann).

6. In bestimmten Fällen die Stammbücher wieder öffnen, d.h. z.B. stammbaumlose, aber im Exterieur entsprechende Tiere unter bestimmten Kriterien zu registrieren.

7. Gegen verschiedene Erbkrankheiten gibt es heute bereits Gentests, so dass man viele direkt durch Ausschluss der Defektträger oder auch Paarung derselben mit defektgenfreien Hunden bekämpfen kann. Vielfach wird letzteres vorzuziehen sein, da manchmal schon die Hälfte oder noch mehr der Hunde einer Rasse Defektträger sind.

Die vordringlichsten Maßnahmen sind die unter 1, 2 und 7 genannten. Wenn der Fall nicht durch zu starkes Auftreten von Erbkrankheiten bei einer Rasse mit sehr wenig Würfen schon kritisch ist, müsste es damit allein gelingen - natürlich unter gleichzeitiger strenger Selektion -, die Widerstandsfähigkeit und Vitalität der Zuchtprodukte einer Rasse zu normalisieren.

Während man in Schweden heute insbesondere die Anzahl der verwendeten Zuchtrüden durch Bewilligung nur einer limitierten Zahl von erzeugten Würfen je Vatertier erhöhen will, führt man in Holland populationsgenetische Grundregeln in die Zuchtordnungen für jede Rasse ein. In Australien wieder wird die möglichst blutsfremde Paarung propagiert. Es besteht kaum ein Zweifel, dass - im Interesse der Zukunft unserer Hunde - alle erwähnten Maßnahmen die züchterische Strategie der Zukunft darstellen werden. Bei - rechtzeitiger und konsequenter - Anwendung der geschilderten Maßnahmen, die gewiss ein großes Maß an Umdenken bedeuten, würden jedoch - außer in sehr kritischen Fällen - Erbgesundheitsprobleme wieder bedeutungslos werden! Jetzt allerdings sieht es so aus, dass nach einer französischen Erhebung 20 % aller Rassehunde erbliche Defekte aufweisen, eine alarmierende Situation!

Der Rassehund ist heute nicht nur durch die verschiedenen Erbkrankheiten bedroht, sondern auch durch die Inzuchtdepression, die die Widerstandskraft, Fruchtbarkeit, Lebensdauer, Leistungsfähigkeit usw. vermindert. Der Immungenkomplex MHC, der uns vor Tausenden verschiedenen Krankheitserregern schützen kann, wird nicht nur in seiner Funktion beeinträchtigt, sondern spielt auch in manchen Rassen zunehmend "verrückt", d.h. es treten verstärkt Autoimmunkrankheiten auf.

Im Artenschutz hat man heute Methoden entwickelt, um gefährdete Tierarten vor dem Aussterben durch genetische Verarmung zu schützen. Solche Methoden stünden nun auch der Hundezucht zur Verfügung. Man kann einerseits mit Computern berechnen, wie man die genetischen Anteile der ursprünglichen Stammtiere einer Rasse erhält, oder jene Tiere ermitteln, die mit der übrigen Population an wenigsten verwandt sind oder seltene genetische Kombinationen aufweisen. Solche Individuen haben, wenn sie auch anderweitig zuchttauglich sind, einen besonderen Wert für die Rasse. Auch durch DNA-Studien kann man wertvolle Hinweise erhalten.

Das also wäre der "Biohund": ein Rassehund, der unter Beachtung der genannten Regeln erzüchtet wurde: Primär möglichst ohne Ahnenverlust, also ohne Linien- und Inzestzucht und bei scharfer Selektion auf Gesundheit, und erst sekundärer Selektion auf Standardkonformität - wobei dieser Standard keine anatomischen Anomalien mehr enthalten dürfte, die das Wohlbefinden oder die Gesundheit beeinträchtigen, wo immer diese bisher vorgeschrieben waren. Natürlich werden dann diese Hunde auch naturgemäß ernährt und aufgezogen.

Eine neue Epoche der Hundezucht?

Der Trend zur Wende hat also mehrere Ursachen:
- Die besorgniserregende Zunahme von Erbkrankheiten.
- Trend zu verschärften Gesundheitsgarantieleistungen der Züchter für ihre Produkte.
- Der heute weitreichender aufgefasste Begriff der Tierquälerei, der nun auch Zuchtmethoden betrifft, die das Wohlbefinden des Zuchtproduktes beeinträchtigen. Schließlich wird der Boom neuer Sportarten wie Agility, FlyBall usw. den Bedarf an leistungsfähigen Hunden auch bei Gesellschaftsrassen steigen lassen.

Natürlich kämen solche "Biohunde" dann ganz wesentlich teurer als nach den bisherigen Regeln gezüchtete, und sie wären in manchen Fällen, am Standard gemessen, weniger "typvoll" und einheitlich als ingezüchtete Schauhunde. Ohne Linienzucht ist die "modische" Umzüchtung kurzfristig kaum denkbar, aber das ist, kynologisch gesehen, kein Nachteil. Diese Tiere wären ja gesünder, vitaler, leistungsfähiger und langlebiger, wären also auch bezüglich Tierarzt- und "Wiederbeschaffungskosten" "rentabler" und somit wertvoller. Auch sie würden natürlich Defektgene beherbergen, aber in geringer Zahl, und je nach der Ausgangslage doch soweit dominant "überdeckt", dass sie sich nur selten manifestieren könnten. Es ist anzunehmen, dass dann viele potentielle Hundehalter, die heute Mischlinge vorziehen, für solche Rassehunde "aus Qualitätsbiozucht" Interesse hätten und dafür auch den entsprechend höheren Preis bezahlen würden. Wenn dann einmal Heterozygotie eine Voraussetzung zur Zulassung bei Ausstellungen wäre, dann bräuchte man für die Zukunft des Rassehundes - in dieser Hinsicht jedenfalls - nicht mehr zu fürchten, wenn also Hundezucht generell wie in alten Zeiten "Biohundezucht" bedeuten würde.

Eine Hunderasse ist als eigenständiges Lebewesen zu betrachten, das besonders durch zu kleine Populationen und zu wenige Zuchttiere, besonders Rüden, bedroht ist. Wer seinen Championrüden voll Stolz unbegrenzt Hündinnen decken lässt, schadet der Rasse, denn dessen unvermeidliche Defektgene verbreiten sich und können so im schlimmsten Fall das erzeugen, was man euphemistisch "Rassendisposition" zu dieser oder jener Krankheit nennt. Daneben aber steigt im schlimmsten Fall der Inzuchtkoeffizient der Rasse, da die Nachkommen alle mindestens Halbgeschwister sind. Dieses Vorgehen aber ist unverantwortlich, denn eine Hunderasse ist ein Gemeingut, das ein Züchter sozusagen treuhändig für seine Ziele benützt und möglichst in gleicher Qualität - oder besserer - an die Nachwelt vermitteln müsste.

 

 

Für den Altdeutschen Hütehund bedeutet das, dass man notfalls die Schläge der Schafhunde miteinander kreuzen müßte, bevor die einzelnen Schläge zu stark ingezüchtet werden. Durch gezieltes Rückzüchten könnte man trotzdem das typische Aussehen der einzelnen Schläge erhalten.
Beim Kuhhund allerdings sieht die Problematik so aus, dass bereits viel zu viel hineingekreuzt wurde und kaum noch reine Vertreter dieses Schlages vorhanden sind. Um das typische Hüteverhalten dieser Hunde zu erhalten, kann nicht mit den Schafhund-Schlägen gekreuzt werden.

Ansonsten gilt für die Zucht der Altdeutschen Hütehunde: Da sie vorwiegend noch wie in alten Zeiten nach Leistungskriterien gezüchtet werden, ist die Zucht der Altdeutschen Hütehunde "Biohundezucht". Die Vergangenheit ist die Zukunft der Hundezucht.

 

 

Arbeitslinie und Familien-(Show- oder Hobby-)linie?

Die meisten Abeitshundrassen wurden mittlerweile entweder ganz ihrem ursprünglichen Zweck entfremdet (z.B. der Collie), indem man nurmehr nach dem äußeren Erscheinungsbild selektierte und die Arbeitseigenschaften außen vor ließ, oder aber die Population teilte sich auf in zwei unterschiedliche Linien: die Arbeitslinie und die Familien(Show-)linie. Davon abgesehen, daß es unter populationsgenetischen Gesichtspunkten äußerst unklug ist, eine u. U. sowieso recht kleine Hundepopulation auch noch in zwei unvereinbare Lager zu spalten, bringt das Vernachlässigen der Arbeitseigenschaften zugunsten eines bestimmten Aussehens auch noch diverse Probleme mit sich.

 

1. Selbst wenn es den Züchtern ausnahmsweise einmal gelänge, dem anscheinend typisch menschlichem Drang nach Übertypisierung nicht nachzugeben (was wir für unwahrscheinlich halten: Die Annahme, dass ausgerechnet die Familienlinien-Züchter von Altdeutschen Hütehunden besonnener und selbstkritischer vorgehen würden als andere Hundezüchter, ist wohl mehr als naiv.), dürfte es nicht gelingen, die einzelnen Schläge der Altdeutschen unter Vernachlässigung der Hüteeigenschaften genau mit dem Aussehen zu züchten, wie sie überliefert sind. Zu sehr sind die äußere Form und das Verhalten miteinander verknüpft. Das Pelzfarm-Fuchs-Experiment von Prof. Belayev zeigt, daß bereits die Selektion auf ein einziges verändertes Kriterium (in dem Fall nur die geringere Fluchtbereitschaft) äußerlich völlig andere Formen hervorbrachte als die ursprüngliche Wildform.
(Da in Gefangenschaft gehaltene Füchse - vor allem bei den artwidrigen Umständen der Pelztierfarmen - starkes Stressverhalten zeigen, was sich wiederum auf die Pelzqualität auswirkt, selektierte Belayev auf ruhige Tiere, die eine geringe Fluchtdistanz zeigten. Nach nur 18 Generationen zeigte diese Fuchspopulation viele Verhaltensmerkmale der domestizierten Hunde: Sie suchten aktiv die Nähe zu den Pflegern, kletterten auf ihnen herum, ließen sich herumtragen und Spritzen geben, aus der Hand füttern, rollten sich auf den Rücken, um sich den Bauch kraulen zu lassen und kamen, wenn man sie rief. Überraschenderweise sahen sie auch aus wie Hunde: Sie hatten häufig geschecktes Fell, Hängeohren und eingerollte Schwänze. Sie wurden nicht mehr einmal, sondern zweimal pro Jahr läufig. Und sie bellten. Auf keines dieser Merkmale wurde absichtlich hingezüchtet - aus Sicht der Pelzindustrie waren gescheckte Füchse sogar ein ausgesprochener Fehlschlag -, sondern das Selektionskriterium war ausschließlich "Gelassenheit".)

 

Lassen wir dazu Prof. Ray Coppinger (Professor für Biologie) und Lorna Coppinger (ebenfalls Biologin) zu Worte kommen (R. u. L. Coppinger: „Hunde", 2001):

 

Es gibt Hunderte verschiedene Hunderassen. Jede erfüllt einen bestimmten Zweck. Jede hat einen ganz bestimmten Körperbau. Der besondere Körperbau einer Rasse ermöglicht es ihr zumindest theoretisch, ihren Zweck besser zu erfüllen, als das jede andere Rasse oder Spezies könnte. Man könnte auch sagen, dass die kontinuierliche Selektion auf bessere Arbeitsleistung zu einer ganz besonderen Körperform der Tiere geführt hat. ....

Der Arbeitshund wurde auf ein bestimmtes Verhalten hin selektiert. Der Schlittenhund zum Beispiel wurde darauf selektiert, gemeinsam mit anderen Hunden in einem Zuggeschirr möglichst schnell zu laufen. Die Selektion auf dieses Verhalten führte dazu, dass sich ihr Körperbau und ihre Form entsprechend veränderten. Die Hunde können nun aufgrund ihrer Körperform ein schnelles Verhalten zeigen, und das mit Ausdauer und Elan. Diesen Zusammenhang zwischen Form und Verhalten finden wir überall vor.
Wenn wir also das Verhalten eines Hundes ändern wollen - damit er ruhiger und weniger lebhaft ist -, müssen wir auch seine Form verändern. Für den Züchter bedeutet das ein Dilemma. Das Publikum will Haushunde, die genauso aussehen wie die traditionellen Arbeitshunde, es ist aber gleichzeitig unerwünscht, dass sie das Verhalten der Arbeitshundrassen an den Tag legen. Es ist unmöglich, auf ein Verhalten zu selektieren, das einen geeigneten Haushund ergibt, dabei aber gleichzeitig die Form des Arbeitshundes beizubehalten. Dabei „fällt der Hund auseinander". ....

Wie im Kapitel über die Haushunde ausgeführt, sind Hunde in den falschen Händen aber sehr gefährdet. Viele Hundezüchter erzielen durch ihre Versuche, eine Hunderasse reinrassig zu erhalten, unerwünschte Effekte. Sie behandeln Rassen so, als würde es sich um eine Spezies handeln, und isolieren kleine Populationen sexuell, um ihren traditionellen und idealen Phänotyp zu erhalten. Sexuelle Isolation von der Hundepopulation insgesamt hat aber für die Hunde, die in der Falle einer reinen Rasse gefangen sind, schwerwiegende Auswirkungen. Es stellt sich ja auch heraus, dass die Bemühungen, Hunde mit gefügigem Wesen, aber unter Bewahrung des ursprünglichen Aussehens zu züchten, nur wenig Erfolg zeigen. Größe und Form konstant zu halten und gleichzeitig das Verhalten zu ändern, dürfte eine dieser Grenzen sein, die den Entwicklungsmöglichkeiten gesetzt sind, so wie man keinen Hund züchten kann, der gleichzeitig ein überlappendes Gesichtsfeld und den Hang zum Sabbern hat.

 

 

2. Meistens wird es ausschließlich den Arbeitseigenschaften angelastet, dass Arbeitshunde oft nicht die gewünschten problemlosen Familienhunde abgeben. Wenn auch die Vitalität und Arbeitsfreude dieser Tiere im Privathaushalt anstrengend werden kann, ist die „Schuldzuweisung" an die Arbeitseigenschaften ein Trugschluß! Viele Arbeitshunde müssen - je nach Verwendungszweck - ein hohes Maß an Lern- und Kooperationsbereitschaft aufweisen. Genau diese Eigenschaften, die der Altdt. Hütehund (noch) ganz besonders ausgeprägt zeigt, wären auch für einen Familienhund wünschenswert. Sie sind aber ganz eng mit denen der Hüte-, Jagd- oder sonstigen Arbeitseigenschaften verflochten. Ein „Umzüchten" unter Weglassen der Arbeitseigenschaften hat also allzu oft auch den Verlust weiterer, eigentlich erwünschter Eigenschaften zur Folge.

Selbst wenn man im Falle unserer Altdeutschen Hütehunde nicht gezielt gegen die Hüteeigenschaften selektiert, hat bereits der Verzicht auf die strenge Selektion auf diese Eigenschaften zur Folge, dass diese sich innerhalb weniger Generationen verwischen oder ganz verlieren. Ein derart komplexes Verhalten wie das Hüten unserer AHs kann nur durch gezielte Leistungsselektion erhalten werden!

 

Frau Dr. med.vet. Viola Hebeler (Praktizierende Tierärztin mit Interessenschwerpunkt Verhalten und Vererbung) erklärt diese Problematik am Beispiel des BorderCollie. Den vollständigen Text lesen sie hier: http://www.abcdev.de/artikel/QuoVadis.html. Folgende Auszüge (mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Hebeler) lassen sich 1:1 auf den Altdeutschen Hütehund übertragen:

Exterieurmerkmale wie Größe, Ohrenstand, Felllänge werden überwiegend von der Vererbung bestimmt. Hier liegt der erbliche Anteil (Heritabilitätskoeffizient) bei ca. 60 %. Das bedeutet, daß die züchterische Bearbeitung sehr einfach ist. Selektiert man auf bestimmte Fellfarben, wird man schon nach wenigen Generationen überwiegend Hunde dieser Fellfarben haben. Der Umwelteinfluß auf die Fellfarbe ist äußerst gering.
Verhaltensmerkmale besitzen einen schwankenden Heritabilitätskoeffizienten. Einzelne Verhaltensweisen sind hoch erblich. Hierzu gehören spezielle Verhaltensweisen wie z.B. das Vorstehen von Jagdhunden. Das „Auge zeigen" von BorderCollies gehört ebenfalls zu diesem Verhaltenskomplex. In wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, daß auch Ängstlichkeit, Aggressivität und Nervosität einen relativ hohen Heritabilitätskoeffizienten haben. Dieses Verhalten wird zu bis zu 50 % von der erblichen Anlage bestimmt.
Kompliziertere Verhaltensweisen wie Trainierbarkeit oder die Fähigkeit, Probleme zu lösen, haben eine wesentlich kleinere erbliche Grundlage. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass komplizierte Verhaltensweisen aus verschiedenen einfachen „Verhaltensbausteinen" zusammengesetzt sind. Jeder dieser „Bausteine" wird wieder von mehreren Genen beeinflusst. Je mehr Gene aber für die komplizierten Verhaltensweisen gebraucht werden, umso kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle gleichzeitig an ein Tier vererbt werden.

Das zeigt, wie schwierig es ist, bestimmte Charaktereigenschaften zuverlässig zu erzüchten. Hat man dann eine Rasse mit bestimmten Charaktereigenschaften, muß man ständig die Nicht-Merkmalsträger aus der Zucht aussortieren, um die Eigenschaften der Rasse zu erhalten.

Stellt man die Zucht dieser Spezialisten aber vom Verhalten auf das reine äußerliche Erscheinungsbild nach dem FCI Schönheitsstandard um, so muß sich die Rasse ganz zwangsläufig verändern.
Jedem ist einleuchtend, dass sich äußere Kennzeichen einer Rasse verändern, wenn man nicht mehr auf sie selektiert. Eine stehohrige Rasse bleibt nur stehohrig, wenn man die schlappohrigen Vertreter von der Zucht ausschließt.

Beim rein auf Verhalten gezüchteten BorderCollie wird jedoch ganz selbstverständlich vorausgesetzt, dass das Hüteverhalten und der freundliche, lernwillige Charakter der gleiche bleibt, auch wenn man nur noch nach Exterieur züchtet. Dies ist ein eklatanter Trugschluß, der unter anderem dazu geführt hat, dass es so viele BorderCollies mit übersteigertem Fehlverhalten gibt. Das Hüteverhalten des BorderCollies besteht wie oben ausgeführt aus vielen Bausteinen. Wird nicht mehr auf die richtige Mischung geachtet, gehen manche Verhaltensweisen verloren, andere prägen sich dagegen übersteigert aus. Dies kann zwangsläufig zu unangepassten Verhaltensreaktionen im Alltag führen.
 

Ist der Hund irgendwann gar nicht mehr zu kontrollieren, beißt er die Kinder oder zerlegt das Mobiliar, heißt es dann: der Hund muß weg und zwar irgendwo hin, wo er Hüten kann. Es soll ja ein Arbeitshund sein, und wahrscheinlich fehle ihm nur die Arbeit.

Leider ist es aber inzwischen eher die Regel als die Ausnahme, dass diese Hunde für eine Ausbildung an Schafen nicht geeignet sind. Sie zeigen zwar noch Auge, haben aber meist keinen „cast", keinen „sheep sense" und sind vor allem kaum trainierbar. Sie sind nicht mehr so fanatisch auf die Hütearbeit, dass sie Korrekturen vom Ausbilder konstruktiv umsetzen würden. Läßt man sie nicht hetzen, wie sie wollen, verlassen sie meist das Feld.

Wo aber nun hin mit dem Problemhund? Als Haushund ist er zu unausgeglichen, als Arbeitshund mental nicht mehr geeignet.

 

 

 

Der Hundetrainer, CANIS-Dozent und Fachmann für das Rassehundewesen Gerd Leder schreibt dazu am Beispiel einiger Hunderassen (G. Leder: „Die Rassen des Hundes"):

- Dackel sind anpassungsfähige und vielseitige Familienhunde, die sich, wenn man sie wie Hunde behandelt und nicht vermenschlicht, wunderbar erziehen lassen. Dem viel gegebenen Rat, bei der Anschaffung eines Dackels als Familienhund auf keinen Fall jagdliche Linien, sondern Show- und Hobbylinien zu wählen, kann ich mich nicht anschließen. Es sind die Gebrauchseigenschaften, die den Dackel zu dem gemacht haben, was er ist. Jagdtrieb alleine reicht da nicht aus. Neben Vitalität, physischer und psychischer Belastbarkeit gehören auch Intelligenz und Ausbildungsfähigkeit zu den Eigenschaften, die nicht nur einen guten Jagdhund, sondern auch einen guten Familienhund ausmachen. Ein Fehlen dieser Selektionsfaktoren (durch entsprechende Prüfungen) zu Gunsten einer Zucht nach ausschließlich ästhetischen Gesichtspunkten , führt mit der Zeit zwar zu jagdlich weniger geeigneten bis unbrauchbaren Hunden, aber nicht zwangsläufig zu besseren Familienhunden. Dies gilt sinngemäß auch für viele andere Hunderassen.

- Retriever arbeiten nach dem Schuß, den sie ruhig neben ihrem Hundeführer sitzend abwarten. Nur Hunde mit extrem belastbaren Nerven konnten bei dem Lärm vieler Schrotflinten konzentriert das Kommando zum Apportieren abwarten. ... Viele Labradors haben heute nicht mehr die rasche Auffassungsgabe ihrer Vorfahren, aber immer noch deren Nervenkostüm und sind geradezu dickfellige Hunde, die kaum etwas merken. Aber auch die gegensätzliche Variante mit übersensiblem Wesen oder großer Ängstlichkeit findet man immer häufiger unter heutigen Labrador Retrievern. Die für die ursprüngliche Arbeit im kalten Wasser notwendige Fähigkeit, sich schnell eine isolierende Fettschicht anzufressen, ist allerdings den meisten Labradors erhalten geblieben und führt bei reinen Familienhunden schnell zu Übergewicht.

- Gerade bei Verzicht auf Leistungsprüfungen und ausschließlicher Zucht nach „Schönheit" gerät diese sehr schnell in eine Sackgasse. Viele Angehörige ehemaliger Arbeitsrassen wären heute weder physisch noch psychisch mehr in der Lage, die Aufgaben ihrer Ahnen zu erfüllen.

- Der BorderCollie ist im Kreis der „edlen" Rassehunde noch relativ jung. ... Es gibt bereits neben den Arbeitslinien, die immerhin instinktsichere Hunde verlangen, so genannte Showlinien. Besonders hier gilt es, im Hinblick auf das Verhalten gut zu selektieren, da diese Hunde für die Arbeit an der Herde meist nicht mehr geeignet sind und besonders zu den o. g. Neurosen, Angstaggression etc. neigen.

 

Erschreckenderweise zeichnen sich auch in der „Altdeutsche-Hütehund-Szene" Tendenzen ab, die Population in Familien-, Show-, Hobby- oder wie auch immer genannte Hunde und die traditionellen Arbeitshunde aufzuspalten. Offensichtlich hat man wieder einmal nichts gelernt aus den Fehlern, die bereits an anderen Rassen begangen wurden bzw. meint alles besser zu wissen als die warnenden Stimmen der Kynologen und Genetiker. Und das heuchelnderweise auch noch unter dem Vorwand, dem Erhalt der Altdeutschen Hütehunde dienen zu wollen.

Auch ein Altdeutscher Hütehund ist ein Hund ist ein Hund ist ein Hund!! Und unterliegt genau den gleichen genetischen Prozessen und Gesetzmäßigkeiten wie alle anderen Hunde.

Wenn er auch im Alltag nicht ein so übertriebenes Hüteverhalten zeigt wie der BorderCollie, werden bei der züchterischen Vernachlässigung des AH-typischen Hüteverhaltens zwangsläufig auch andere damit gekoppelte Verhaltensfragmente wegfallen. Die Frage ist nur, welche.

Zeigt der nach Leistungsmerkmalen gezüchtete Altdt. Hütehund immerhin ein diesbezüglich instinktsicheres Verhalten (worauf man sich einstellen kann, um als Privathalter möglichen Schwierigkeiten vorzubeugen), könnte ein vorrangig nach äußerlichen Kriterien gezüchteter AH ein Verhalten zeigen, das einem Überraschungsei gleicht. Manche Verhaltensfragmente würden verstärkt, andere abgeschwächt, wieder andere aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen und evtl. völlig deplaziert gezeigt.

Als häufigste Nebenwirkungen der nicht leistungsorientierten Zucht nennen Fachleute u.a. Hyperaktivität, Nervosität, Kläffen, Neurosen, Unselbständigkeit, geringes Problemlösungsvermögen, Angstaggression...

 

Fazit: Wählen Sie beim Hundekauf unbedingt den altbewährten, traditionellen Arbeitshund. Da weiß man, was man hat! Auch dort gibt es ruhigere Vertreter, die sich bei entsprechender Führung gut für den Privathaushalt eignen.

 

 

 

 

Nach oben